[diary]

Unsortierte Texte aus meinem Tagebuch. 
Wirre Gedanken, viele Gebete und seltsame Überlegungen sollen dir einen kleinen Einblick geben in was mich bewegt. 

All das soll die Reise meines Glaubens und Denkens darstellen, in all ihren Höhen und Tiefen.  
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[diary] 15.2.18 - Mokka Café, Pforzheim

Trist wiederholt sich dasselbe Schauspiel Tag für Tag. Die Busse ziehen ihre Kreise und die Autos fahren hin und zurück. Die Wolken verfliegen und die Häuser verfallen. Pforzheim ist grau wie immer. Doch offenbart dieser triste Ablauf doch nur die Tristesse des Lebens. Mag sein, dass andere Städte denselben tristen Ablauf in Farbe und mehr Sonnenlicht kleiden, aber im Prinzip bleibt das Schauspiel dasselbe. Und Jahre verfliegen, ohne dass sich was ändert. Es gibt wahrlich nichts Neues unter der Sonne. 
Und ich füge mich ein, ganz problemlos passe ich mich an, bis auch ich verschwinde im Gefüge der Gesellschaft und des Lebens. Ich lebe das Leben, das ich immer gelebt habe, kämpfe den Kampf, den ich immer gekämpft habe und verhalte mich, wie ich mich immer verhalten habe. - Veränderung, welch törichtes Wort! In einer Welt, die nichts Neues bietet bedeutet Veränderung Illusion und wie sehr würde ich lügen, wenn ich dem widerspräche und behauptete, ich kenne sie, die Veränderung. Wehe mir, wenn ich nach vorn blickte und riefe: "Das triste Leben hat ein Ende, am Horizont sehe ich die Farben eines neuen Lebens." Nein, die Veränderung hat sich mir nie gezeigt und so muss sie eine schöne Illusion sein. Das Leben ist zu trist und vorhersehbar, als dass Veränderung echt sein kann. 
Schon seltsam irgendwie, dass ich dennoch so sehr nach Veränderung lechze. Ich sehne mich nach einem Ende dieser Tristesse, die wir Leben nennen. Liegt es nur an meiner Perspektive? Ziehe ich zu schnelle Schlüsse aus meiner Lebenserfahrung? Was, wenn sich das Schauspiel zwar wiederholt, es aber gar nicht so trist ist, wie ich sage? Schon möglich. Ich komme trotzdem nicht umhin schwarz als schwarz zu bezeichnen und Fehler als Fehler. Ich möchte sie nicht als Herausforderung betiteln und behaupten, dass ich durch sie nur wachse. Ich möchte das Schwarz nicht durch irgendwelchen Positivismus als Malgrundlage betrachten, auf der ich kreativ und bunt Neues schaffen kann. Ich glaube, das wird dem Schwarz nicht gerecht, - und so will ich das Leben viel lieber entblößen und die Tristesse, die sich mir dann so banal offenbart ernstnehmen, anstatt die Lüge des schönen Lebens voller Überraschungen und Wunder zu glauben. Ich wähle die traurige Wahrheit und nicht die schöne Lüge. 
Doch die traurige Wahrheit füllt nicht meine Sehnsucht nach Besserung, sie gibt mir keinen Grund für Hoffnung, denn sie zeigt mir ganz unzweideutig, dass ich mich nicht verändere. Und sie hat recht. ich bin zu Hause und ich verhalte mich wie immer zu Hause und bin ich woanders, nehme ich mich doch immer mit. Ich nehme die Rolle ein, die man mir gibt: Sohn, Bruder, Prediger, Student, Mitbewohner, Freund, Leiter,...ich füge mich ein, werde Teil des tristen Schauspiels Leben. 
Die Erde dreht sich um die Sonne im Kreis, wie das Leben kreist um die immer selben Dinge; alles gleich. Ich atme ein, ich atme aus, das Café schließt, macht morgen wieder auf. 
Die Häuser verfallen, man baut sie wieder auf, um das Leben zu erhalten, doch schau: Man kann es doch nicht verstecken, das triste Leben scheint aus allen Ecken. Das Grau der Stadt schreit mir zu: "Das Leben ist grau, so wie du!" -
Die Poesie verschwimmt in den Pfützen des Asphalts, während ich wütend durch die Straßen stampfe. In jeder Gasse lächelt sie mich müde an, die Veränderung, die ich als Illusion erkannt. Doch ich bin mit diesem Ergebnis so unzufrieden, als wüsste ich, als ahnte ich, dass es noch nicht ganz stimmt. Irgendeinen Hinweis habe ich übersehen, irgendein Beweisstück nicht beachtet. Ich brauche irgendwas, was mich bringt zu ihr, dieser leuchtenden Gestalt, dieser bunten Veränderung. Irgendwas, was sie herbeiführt, sie freisetzt mich an einen neuen Ort zu führen. Ich brauche jemanden, der diese Brücke der Hoffnung aufbaut und die kühne, reale Veränderung heraufbeschwört. Jemand, der nicht diesen Regeln des tristen Lebens verfallen ist und von außen diese Brücke hinein in diese Welt baut. Ich brauche den Regisseur dieses trostlosen Schauspiels, denn er hat die Autorität all das zu unterbrechen. 
Ja wahrlich, wenn es etwas Neues unter der Sonne geben soll, muss das von außen herangetragen werden. 
Und schon bin ich wieder an diesem Punkt der Abhängigkeit zu Gott. Wer sonst soll wie Veränderung schenken? Wie sonst sollte ich an das Weiß und Bunt glauben, wenn alles was ich sehe schwarz ist? Wer sonst könnte mich davon überzeugen, dass es mehr als nur Fehler gibt? - Schon seltsam, dass ich hier dann endlich die Sehnsucht gestillt bekomme, da wo Hoffnung und Glaube Sinn machen und über das triste Leben hinaus deuten auf die Brücke, die du gebaut hast. Nur da, bei dir wird die Tristesse des Lebens überwunden. Danke.

[diary] 24.9.17 - Amsterdam

Es sind der Worte genug
und der Taten zuviel.
Und doch haben wir zu wenig bewegt
und zu wenig gelebt.
Wir sind zu viel gereist
und haben zu wenig gesehen.
Wir haben zu oft ja gesagt
und zu wenig mitgemacht.
Wir haben zu viel gelesen
und zu wenig nachgedacht.
Ich hatte geglaubt das Eine hätte das Andere zur Folge, aber ich täuschte mich. Mag die Logik auch ein Ergebnis präsentieren, wenn es nicht mit der Realität übereinstimmt, ist der Rechenweg falsch. - Und so haben wir zu wenig bewegt.
Denn zu oft haben wir Schaden angerichtet, zu oft den Anderen unterbrochen, zu oft die Leidenden verlassen und zu oft zerstört was schön.
Wir haben zu wenig bewegt.
Der Taten zuviel,
der Worte genug.

[diary] 15.01.18 - Café Lieblingsmensch, Gießen


Leer. Der Kaffee ist leer und entspricht in dieser Leere meinen Gedanken. Es scheint mir so, dass ich manches Mal einfach die Gegenwart wahrnehme, meinen Glauben einfach wahrnehme, meine Aufgaben ebenso - einfach wahrnehme. Ich lasse sie mich berühren, lasse mich aber nicht beeinflussen. Wie ein Stein im Flussbett unweigerlich durch das Wasser nass wird, lasse ich mich anfassen durch die Aufgaben und Gott, aber - ebenso wie der Stein, bleibt all das nur an meiner Oberfläche. So der Stein, auch wenn er jahrelang im Flussbett lag doch ganz und gar trocken ist in sich. Und so liege ich da, verschließe mich der Fülle und bleibe leer.

Trügt mich dieses Gefühl nicht, so bleibt die Frage: Wie? Wie verschließe ich mich und wie mein Gott öffne ich mich dir? Unkonkret und metaphorisch zu reden ist leicht. Treffende Analysen zu formulieren ebenso. Doch all das fruchtbar zu machen, Einfluss zu zulassen ist die Aufgabe die letztlich all dem Sinn gibt. Zu oft habe ich analysiert und bereut, reflektiert und Vergebung erbeten. Zu oft habe ich schöne Reden geschwungen und Gott zu dem gemacht, der mir sagen darf was falsch ist, aber mir nicht verbieten darf es zu tun. Ich habe nicht zugelassen, dass du Einfluss auf mich nehmen darfst. Du durftest zuschauen und mir meine Beichte abnehmen, aber ich ließ dich nie aus dem Beichtstuhl treten, hinaus auf die Kanzel meines Lebens und Willens, damit du mit deiner göttlichen Autorität deine Herrschaft deines Reiches in meinem Leben umsetzen kannst. 

Und nun sitze ich hier - wieder im Beichtstuhl, denn ich bekenne dieses Verbrechen, dass mich so leer lässt, und aus mir einen Heuchler macht, der Glauben an Gott proklamiert, aber Gott selbst zum Schweigen verbannt hat und ihn so um seine Ehre beraubt. 
Und so lässt sich langsam klären wie ich mich verschließe. Mit Worten sicher nicht, denn Bekennen ist etwas, was meinen Lippen nicht schwer fällt, egal wie hoch der Gehalt an Wahrheit oder Ernsthaftigkeit ist. Nein, es müssen meine Taten sein, mein Lebensstil, meine Einstellung. All das blockiert und rebelliert gegen Wahrheit, denn es ist so bequem einfach so weiterzumachen, nicht Gott sein Wort und seine Kirche zu suchen und schon gar nicht wegen ihm Gewohnheiten, Denkweisen oder Taten zu verändern. Und so verbleibe ich - leer. Berührt, aber nicht beeinflusst.

Der Kaffee ist leer. Diesmal echt und nicht nur metaphorisch. Was wird sich ändern, wenn ich nun weiterlebe? Es gibt viele Stellen an denn ich schrauben muss, damit ich mich öffnen kann und entfacht werde vom Feuer des Lebens und der Wahrheit. Vor allem muss ich es einfach tun: Gott ernst nehmen und ihn integrieren. Nichts ist mehr wert als seine Wahrheit und nichts ist mehr wert, mein Leben zu verändern als der Schöpfer und Herrscher der Welt.
 
Gott, wenn ich nun aus diesem Beichtstuhl trete, meine schönen Worte verstummen und mein Alltag weitergeht, dann schweige nicht. Tritt mit mir aus dem Beichtstuhl und tritt in mir deine Herrschaft an. Lass mich dich reden lassen, durch dein Wort, immer wieder. Hilf mir, dir zu folgen, deine Warnungen ernst zu nehmen und dein Leben mich verändern. Überwinde jede Rebellion in mir und stell mein Leben auf den Kopf. 
Du füllst meine Leere. 

Lass mich nicht nur im Glauben reden, sondern im Glauben leben.

[diary] 10.8.18 -

Kez Mü Remek, Budapest

Der Ruhm von damals ist vergessen und die Menschen von früher gestorben. Es bleiben die Bauten und Museen, schön anzusehen, aber doch nicht mehr als feine Skizzen und müde Statuen, die mit unverändertem Blick die Touristen begutachten. Wir haben sie aufgestellt, damit man unserer gedenkt, wir haben gezeichnet, damit man uns ausstellt. So leben wir weiter in die Zukunft hinein, die nie war und nie sein wird. Wir haben uns einen Platz gesichert für die nächsten Jahrhunderte und die folgenden Generationen. Sie hinterfragen uns, verwerfen uns, bejubeln uns oder fotografieren unsere feinen Skizzen und müden Statuen. 
Und doch sind wir vergangen, können nicht mehr mitreden, nicht Einspruch erheben, wenn über uns gelästert wird, können nicht korrigieren, wenn wir missverstanden werden, können nicht Danke sagen, wenn wir wertgeschätzt werden oder können sie nicht willkommen heißen, wenn sie unsere Städte besuchen, denn wir sind nicht da, sehen sie nicht und sie sehen uns nicht. Ihre Tage haben uns nie gekannt. 
Auch wenn sie dieselben Sterne sehen und denselben Himmel beträumen, machen sie es doch auf so andere Weise, dass nichts Vergleichbares bleibt. Es ist einfach vergangen, wir sind gestorben. 
Und ich sitze im Schatten des Museums, hinterfrage, verwerfe, bejuble und fotografiere feine Skizzen und müde Statuen alter Tage. Auf den Schultern meiner Vorgänger skizziere ich selbst, errichte schöne Bauten und stelle Statuen auf, damit man meiner gedenkt. Seltsam eigentlich...


[diary] 5.10.18 - Rotterdam

Das Meer spielt das immer gleiche Lied, spült den Sand an den endlosen Strand, wo die Möwen immerzu ihre Kreise ziehen. 
Zerbrochene Muscheln zeugen von der Gewalt, die jetzt gleichmäßig ihre Wellen an den Strand spült.
Der Ozean bleibt bestehen, während die Spuren im Sand vergehen. 
Als wären wir nie da gewesen. 
Als hätten wir nie den Ozean geschmeckt und die Füße im Sand vergraben. 
Als hätten wir nie unsere Lieder gegen das beständige Rauschen gesungen. 
Die See bleibt unbeeindruckt.


[diary] 


15.10.17 


Zandervoort 

Fühlt sich an wie tote Liturgie. 
Als hätte die Schönheit ihren Sinn verloren. Sie ist zwar noch da,  ja noch wird der Gottesdienst gefeiert, aber im Grunde wurde irgendwo irgendwie verloren, was allem seinen Sinn gibt. 
Und so blicke ich in den Ozean und staune - sprachlos. Lass auf mich wirken, was er mir sagen will. Er spricht mächtig und weise. Er spielt dasselbe Lied, immer und immer wieder und wer hören will erkennt, dass seine Rede Wahrheit ist. Er spricht zu mir von der Endlichkeit und der Belanglosigkeit menschlicher Existenz. Er relativiert mein Leben mit seiner Macht. 
Und während ich seine Worte hinnehme, erkenne ich, dass sie nichts sind als tote Liturgie. Ich hatte gehofft, er zeigt mir Gott und flüstert mir zu, dass ich teil haben kann an der Unendlichkeit und mächtiger sein kann als er, doch er schweigt hierzu. 
Und ich lass es auf mich wirken. 
Ist das alles? 
Hab ich den Sinn verloren irgendwo, irgendwie? 
Oder war es schon immer nur tote Liturgie?

[diary] 12.11.17 -

lunchroom grannies café, Amsterdam

 
Welch tiefe Torheit! Danach zu trachten zu verstehen die Tiefen des Ewigen! 
Welch einsames Unterfangen zu umschreiben den Ursprung und den Anfang! 
Da ist kein Wort oder kein System, das dich erklärt oder fasst. Denn deine Wege sind unergründlich und deine Weisheit zu groß. Es ist wie wenn ich in einen Eimer den Ozean fassen möchte. Ich nehme einen extra großen; meine, so könnte ich endlich den Ozean fassen und mitnehmen auf meinen Wegen. Aber nun stehe ich hier am Strand und begreife, dass kein Eimer jemals den Ozean zu erfassen vermag. Kein Mensch kann sprachfähig machen was du bist und tust. Und doch kommen wir her, glauben unsere Eimer könnten den Ozean veranschaulichen. Und in unserer Ignoranz schöpfen wir und nehmen es auch noch mit zurück im Glauben nun mit Gott zu leben. Welch tiefe Torheit! Haben wir nicht erkannt, dass der einzige Weg mit dem Ozean zu leben ein Leben am Ozean ist? Wir vermögen es nicht dich zu greifen und wieder zurückzukehren. Da ist nur ein Weg mit der Fülle des Ozeans zu leben: hier bleiben. 
Ich werfe den Eimer meiner Weisheit fort und bestaune die Tiefen deiner. 
Eine Weisheit die mir gibt was ich brauche, im hier und jetzt und die nicht gefasst werden will und niemals gefasst werden kann. Welch falsche Vergewaltigung ist es doch aus einem Eimer zu schöpfen, ihn nach Hause zu nehmen und zu glauben dieses stehende trübe Wasser sei der Ozean. Ich hab es zu oft getan, um zu wissen diese lähmende Lüge lässt nicht zu dass der Ozean dich verändert. Drum bau ich mein Zelt auf. Ich möchte offen sein für das leise Flüstern des lauten Ozeans der frisch und irgendwie immer anders zu mir spricht und niemals absolut oder kontextlos, trüb oder stehend, monoton oder gefasst unbrauchbare Weisheit verkündet. 
Wie auch immer du bist Gott, sprich zu mir wie du auch immer willst. Du schreibst Geschichte und erscheinst in Zeit. Du handelst in der Gegenwart und siehst mein Jetzt. Bewahre mich vor der tiefen Torheit meiner Eitelkeit dich und deine Taten  zu fassen.

[diary] 20.1.18 - 

Schäfers Backstube, Gießen

Ideen über Ideen, Aktionen und Termine schwirren fröhlich summend in meinem Leben herum. Und ich spiele mit ihnen ohne klar zu erkennen, ob ich eine Wespe oder einen Schmetterling vor mir habe. Ich folge ihnen sogar, - über Wiesen und Felder ohne genau zu sehen, ob sie mich auf eine Lichtung oder in eine Höhle führen. Als was werden sie sich entpuppen? Wo lande ich? Ist das Verführung oder Leitung? "Mir egal", rufe ich lachend, während ich den Ideen hinterherjage. Ich versuche mich nicht durch Zweifel aufzuhalten und nicht unsinnige Überlegungen anzustellen. Trotzdem kommt die Angst immer wieder hoch. Die Unruhe und der Zweifel wachsen immer wieder und versperren meinen Weg. Und ich stehe dann vor diesen Riesen und frage mich, ob sie ein Recht haben hier in meinem Leben zu sein. Und ich denke zurück an die Tage in denen sie mich bewahrt haben vor dem Abgrund, den ich nicht habe kommen sehen, weil ich, in den Himmel blickend den summenden Ideen folgte. 

Trotzdem fällt mir der Umgang mit ihnen schwer. Bedächtig fragen sie immer dasselbe und immer wieder habe ich keine Antwort auf ihre tiefgründigen Fragen: "Ist es gut, was du verfolgst? Warum jagst du es überhaupt? Was motiviert dich dazu? Wohin führt es dich? - Und wie jagst du es? Wie wirst du mit dem Ergebnis umgehen?" Oft habe ich sie angeschrien: "Ich weiß es nicht! Woher soll ich das wissen?" Aber manchmal - wie jetzt - lasse ich ihre Fragen sinken. Dann setze ich mich zu ihren Füßen in das weiche Gras und beginne nachzudenken. Manchmal setzen sie sich sogar zu mir und diskutieren mit mir. Heute nicht. Heute stelle ich mich allein meinen Ideen. Meine Gedanken rattern, springen von A nach B und von B nach A zurück. Ich dreh mich im Kreis und lande immer wieder am selben Ergebnis, am selben Ort: meiner Unwissenheit und Unfähigkeit Aussagen, die mein Denken übersteigen zu tätigen. "Ich weiß nicht genau.", flüstere ich. "Aber das kann doch nicht immer die Lösung sein.", murmelt einer der Riesen und insgeheim stimme ich ihm auch zu. Das wäre zu billig und auch viel zu gefährlich, bedenkt man all die Risiken, die eine falsche Idee mit all ihren Entscheidungen mit sich bringt. Nein, das kann nicht die Lösung sein, zumindest keine, mit der man ruhig leben kann. Ich grüble und erkenne, dass die einzige akzeptable Lösung einen absoluten Rat benötigt. Ich brauche eine göttliche Beziehung zu Ihm, der den Überblick hat über die Landschaft meines Lebens, der jede Höhle und Lichtung, jede Wespe und jeden Schmetterling kennt. Ich trete vor Ihn, der immer da ist und lege jede Idee und Aktion nieder. Alles was ich tue, im Studium, der Kirche, meiner WG, unter Freunden oder in der Familie, all das, was mein Leben leitet oder bestimmt bespreche ich mit ihm. Er sagt mir zwar nicht klar, was er von den Ideen hält, meistens zumindest, aber er gibt mir zu verstehen, dass er Bescheid weiß. Ich glaub das reicht. "Nimm all diese Ideen mein Gott, forme und verändere sie, lass sie aufblühen oder absterben. Hauptsache du bist dabei, weil du alles siehst und ich dir deshalb vertraue", seufze ich. Während die Riesen mich fragend anschauen, mach ich mich wieder auf den Weg. Ich weiß nicht genau, wohin mein Weg und meine Werke mich führen, aber ich weiß jemand Größeres steht drüber und weil ich diesen Jemand kenne, mach ich mir keine Sorgen. Ich pfeiffe ein Dankeslied und schreite mutig an den Riesen vorbei, den summenden Ideen hinterher.